Allgemeines zur Haltung
Unsere Chinchillas zählt man innerhalb der Nagetiere zu der kleinen Familie der Hasenmäuse. Die geselligen Chinchillas stammen aus den südamerikanischen Gebirgen, den Anden und Kordilleren.Wie man aus den großen Ohren und Augen schon schließen kann, sind sie dämmerungs- und nachtaktiv und verbringen den helllichten Tag zum Schutz vor Feinden lieber in kleinen Höhlen, Felsspalten oder bei uns in ihrem Schlafhäuschen.
Einige Forscher halten es für möglich, dass man schon während der Inkazeit versucht hat, eingefangene Chinchillas geplant zu züchten. Diese und auch die späteren Versuche waren nicht sehr erfolgreich, weshalb eine starke Bejagung der Wildvorkommen noch zunahm. Zu Tieren auf regelrechten Farmen wurden Chinchillas ab 1855 in Chile, doch erst 41 Jahre später gab es nennenswerte Nachzuchten. Ab 1918 sieht man die Farmzucht als gelungen an, doch erst 1955 trat die erste Felländerung als sogenannte genetische Mutation auf. Mitte des letzten Jahrhunderts wurden allein in den USA über eine halbe Million Chinchillas (Chinchilla laniger) zur Fellgewinnung gehalten.
- Die sehr gute Nahrungsverwertung und das biologisch einzigartige, weiche Haarkleid ließen die Chinchillas im kargen Hochland überleben.
- Viele Jahre wurden die Chinchillas nur in Pelztierfarmen gezüchtet, ehe man entdeckte, welch liebenswertes Heimtier das äußerst friedfertige, dabei intelligente Chinchilla ist. Das robuste, genügsame Tier braucht nicht einmal unbedingt einen Artgenossen, wenn wir genügend Zeit für die erwarteten Streicheleinheiten aufbringen. Da es am Tag gerne ruht, ist es ein idealer Partner für Berufstätige. Nach einiger Zeit wird es sich die üblichen Spiel-und Fütterungszeiten gemerkt haben und auch seinen Tagesrhythmus darauf einstellen.
- Der Standort für das geräumige Chinchillaheim muss vor dem Kauf des Tieres festgelegt werden. Chinchillas vertragen eher Kälte als hohe Temperaturen durch Sonneneinstrahlung oder überheizte Räume. Die Nähe eines Heizkörpers ist ebenso unbedingt zu vermeiden wie jegliche Zugluft. Wegen des sehr guten Gehörs ist ein Platz in der Nähe von Radio- oder Fernsehgeräten nicht geeignet. Zur besseren Beobachtung und um den Tieren unnötigen Stress zu ersparen, sollte das Nagerheim nicht auf dem Boden, sondern besser erhöht auf einem Tisch, Regal oder Schränkchen stehen.
- Das Chinchillaheim sollte mit mehreren Sitzbrettern, einer Schlafhöhle, Trink- und Futtergefäßen und einer Heuraufe ausgestattet sein. Ein verschließbares oder herausnehmbares Sandbad wird mit einem speziellen Badesand gefüllt und dem Chinchilla für seine Fellpflege täglich angeboten. Nachdem noch einige Kletteräste, die auch zum Benagen genutzt werden, angebracht sind, füllen wir den Heimboden mit Einstreu.
- Jetzt können Sie Ihr Chinchilla hineinsetzen, indem Sie es einfach aus dem Transportkarton in das Chinchillaheim springen lassen oder diesen in sein neues Heim stellen. Beim Anfassen sollten Sie Folgendes beachten: Man ergreift das Tier mit einer Hand an der Schwanzwurzel, stützt es mit der anderen Hand am Bauch ab und hebt es hoch. Halten Sie das Chinchilla nicht am Schwanzende, das leicht abreißt, und greifen Sie auch nicht in das Fell, das sonst leicht beschädigt werden kann.
Die Richtige Ernährung
Das äußerst begrenzte Nahrungsangebot in seiner ursprünglichen Heimat lässt das Chinchilla bei uns zu einem genügsamen Heimtier werden. Die natürliche, rein vegetarische Grundnahrung bestand aus trockenen Pflanzen, Sämereien, Früchten, aber nur wenigen frischen Gräsern. Der überlange Darm ermöglicht eine restlose Auswertung der an sich nährstoffarmen Nahrung. Aus diesem Grund müssen wir immer auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichend Rohfaser achten.
- Das Hauptfutter besteht aus speziellen der-Heimtierspezi Chinchillapellets, die nicht mit normalen Mastpellets für Kaninchen o.ä. verwechselt werden dürfen. Dieses Alleinfutter kann durch kleine Mengen verschiedener der-Heimtierspezi Zusatzfutter, Trockenfrüchte und kleine Stücke Obst und Gemüse oder auch Wildkräuter ergänzt werden.
- Gutes, duftendes der-Heimtierspezi Heu sollte niemals fehlen, da es besonders ballastreich und für den Verdauungsvorgang von ganz besonderer Bedeutung ist. Besonders empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang auch unsere der-Heimtierspezi Rauhfutter wie Luzerne, Löwenzahn, Brennessel, etc.
- Achten Sie darauf, dass von jeglichem Zusatzfutter, aber auch Frischkost immer nur ganz kleine Mengen angeboten werden; ein kleines Stück Apfel, ein Blatt Löwenzahn sind schon völlig ausreichend. Entfernen Sie immer nicht gefressene Leckerbissen, da Chinchillas gegen verdorbene oder gar verschimmelte Nahrungsreste sehr empfindlich sind.
- Frisches, nicht zu kaltes Wasser muss dem Chinchilla immer, am besten in einer Trinkflasche, zur Verfügung stehen. Kontrollieren Sie aber den Wasserverbrauch täglich, damit die Wasseraufnahme sichergestellt ist und das Tier nicht etwa vor einer gefüllten, aber nicht funktionierenden Trinkflasche leidet.
- Sie sollten das Tier wenigstens einmal täglich sorgfältig beobachten, um evtl. auftretende Krankheiten sofort zu erkennen. Erste Anzeichen sind gesträubtes Fell, auffällig ruhiges, wenig aktives Verhalten und Nahrungsverweigerung.
Wenn Probleme, gleich welcher Art mit dem Tier auftreten oder Sie noch weitere Fragen haben, bitte rufen Sie uns an.
Diese Pflegetipps ersetzen nicht die in Ihren der-Heimtierspezi Fachgeschäften erhältlichen, ausführlichen Ratgeber zur Pflege Ihres Heimtieres.