Allgemeines zur Haltung
Degus sind soziale und gesellige Tiere. Entdeckt wurden sie erstmals im 18. Jahrhundert in Chile, dort zählten sie zu den Schädlingen, da sie sich über Korn- und Gemüsefelder hermachen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Degus erstmals in die USA exportiert, wo sie überwiegend in medizinischen Forschungseinrichtungen gehalten wurden. Mitte der 70er Jahre kamen diese Tiere vermehrt in Zoos vor und wurden nach und nach auch als Heimtiere beliebt.
Degus, die zur Gattung der Strauchratten gehören, aber anatomisch eng mit den Meerschweinchen und weitläufig mit dem Chinchilla verwandt sind, leben in der Natur im Familienverband in Höhlen und Erdlöchern. Die Anzahl der Weibchen ist dabei höher.
Sie haben einen ausgeprägten Entdeckungsdrang und sind atemberaubende Kletterkünstler, wobei der lange Schwanz, dessen Ende buschig ist, eine entscheidende Hilfe beim Ausgleich des Gleichgewichts bietet. Degus haben einen ausgeprägten Tastsinn. Ihr ganzer Körper ist mit feinen Härchen versehen, die ihnen die Orientierung auch in dunklen Höhlen ermöglichen. Sie haben einen guten Geruchssinn, der ihnen ermöglicht, ihre Familienzugehörigkeit stets zu kontrollieren. Die Augen, welche seitlich liegen, ermöglichen einen Rundumblick von fast 360 °, damit können sie auch kleinste Bewegungen hinter sich wahrnehmen. Sie haben ein sehr gutes Gehör, mit dem sie Töne wahrnehmen können, die mit einem menschlichen Ohr nicht mehr aufzunehmen sind. Bei der Nahrungsaufnahme wird ein Gruppenmitglied als Wachposten abgestellt, das bei Gefahr einen kurzen, grellen Ton von sich gibt. Die anderen Familienmitglieder begeben sich schnell ins Versteck und warten „bis die Luft wieder rein ist“.
Die Lebenserwartung von Degus entspricht in etwa 5 – 6 Jahren. Sie sollten Degus immer in Gruppen zu 3 – 4 Tieren halten, mindestens aber zwei. Von einer Einzelhaltung ist abzuraten, da diese Tiere anfälliger für Krankheiten sind und vereinsamen. Damit Harmonie herrscht und kein Nachwuchs entsteht, ist es empfehlenswert, ein Degu-Rudel aus gleichgeschlechtlichen oder weiblichen Degus mit einem kastrierten Männchen zu halten.
Der Geschlechtsunterschied ist für den Laien nicht ganz so einfach zu erkennen. Beim Weibchen befindet sich die Afteröffnung nur drei bis vier Millimeter hinter dem Geschlechtszapfen, dazwischen liegt die Scheidenöffnung, die kaum zu erkennen ist. Beim Männchen liegt die Afteröffnung in einem deutlichen Abstand von 1 cm zum Zapfen, dahinter verbirgt sich der Penis, der normalerweise in der Bauchhöhle eingezogen ist und somit von außen nicht zu erkennen ist. Bei einem ausgewachsenen Männchen kann man, (vorausgesetzt, die Tiere sind nicht aufgeregt, dann ziehen sich die Hoden auch in die Bauchhöhle zurück) die Hoden sehen.
Degus sind bewegungsfreudige Kletterkünstler, ihre Zähne sind sehr stark, daher benötigen Degus ein großes Nagerheim aus Metall. Am besten eignen sich Volieren, die eine Mindesthöhe von 1,40 m und eine Grundfläche von ungefähr 0,5 m2 haben. Die Gitterweite darf 2 cm nicht überschreiten, damit die Tiere nicht unbeaufsichtigt ihre Umgebung außerhalb des Nagerheims entdecken. Das Nagerheim sollte auf keinen Fall aus Kunststoff sein, die Tiere würden dieses zerbeißen und sich unter Umständen auch noch verletzen oder die Kunststoffteile verschlucken. Da Degus gute Kletterer sind, sollte der Käfig mehrere Etagen (aus Holz) erhalten, zusätzlich bieten sich auch dickere Äste, Wurzeln oder Steine zum Klettern an.
Als Einstreu sollte staubfreies Hanfstreu verwendet werden. Zum Verstecken eignen sich zookauf-Holzhäuschen, Ton- oder Kartonröhren, als Nistmaterial können Heu und Stroh verwendet werden.
Zur Fellpflege und zum „Gruppenkuscheln“ benötigen Degus mindestens jeden zweiten Tag für ca. eine halbe Stunde zookauf-Badesand. Der zookauf-Badesand sollte in einem festen Metall-, Stein- oder Tontopf zur Verfügung gestellt werden. Um Rangeleien beim Fressen zu vermeiden, bieten sich mehrere Futternäpfe aus Ton, Metall oder Stein an, die an mehreren auch erhöhten Plätzen aufgestellt werden, damit kein Einstreu in die Näpfe gelangt. Frisches, nicht zu kaltes Wasser muss den Degus immer, am besten in einer Trinkflasche aus Glas, zur Verfügung stehen. Kontrollieren Sie aber den Wasserverbrauch täglich, damit die Wasseraufnahme sichergestellt ist und das Tier nicht etwa vor einer gefüllten, aber nicht funktionierenden Trinkflasche leidet. Der beste Standort für den Käfig ist ein nicht zu warmer Raum (optimale Temperatur 18 bis 24 °C), der rauch- und zugluftfrei sein soll. Am besten eignet sich eine Ecke, in die keine direkte Sonneneinstrahlung einfällt.
Eingewöhnung
Degus sollten die ersten ein, zwei Tage in ihrem neuen Heim in Ruhe ihre Umgebung kennen lernen, daher empfiehlt es sich, die Tiere in dieser Zeit in Ruhe zu lassen. Danach vorsichtig mit einem Snack auf der Hand den ersten Kontakt im Käfig herstellen. Hilfreich ist eine sanfte, ruhige Stimme zur Unterstützung. Da Degus neugierig sind, werden sie nicht lange der Versuchung widerstehen, das Leckerli anzunehmen.
Beim Rausnehmen des Degus am besten die flache Hand unter den Bauch des Degus halten und beim Tragen die zweite Hand von oben schützend auf das Tier legen. Bitte die Tiere nie am Schwanz halten, da dieser sehr dünn ist und einreißen oder sogar abreißen kann.
Die Richtige Ernährung
Degus brauchen einen abwechslungsreichen und ausgewogenen Speiseplan. Dazu zählt ein rohfaserreiches Raufutter, wie Heu, Gräser, Kräuter oder Blätter, damit im Magen keine schmerzhafte Gasbildung durch leichtverdauliche Kohlenhydrate (Einfachzucker) freigesetzt wird. Wenn kein spezielles Degufutter gefüttert werden kann, eignet sich auch eine gute Körnermischung für Nager. Dieses Futter sollte aber auf keinen Fall Rosinen, Trockenobst oder Melasse-Zusätze enthalten. Ebenso sollten Dickmacher wie Sonnenblumenkerne oder Nüsse nur in geringen Mengen im Futter enthalten sein. Viele Degus nehmen auch gern frisches Futter wie Gurke, Tomate, Karotten, Paprika, aber auch frische Kräuter, Löwenzahn, Luzerne, Vogelmiere, Kamille oder Gänseblume an. Degus sollten auf keinen Fall Obst erhalten, da Obst Diabetes-Erkrankungen begünstigt.
Da Degus gern nagen, sollte man auch Äste und Zweige vom Apfel-, Nuss-, Weiden- oder Birnbaum anbieten. Gelegentlich ein Mineral-Kalkstein unterstützt den Knochenbau und die gesunde Zahnbildung der Tiere.
Wenn Probleme, gleich welcher Art mit dem Tier auftreten oder Sie noch weitere Fragen haben, bitte rufen Sie uns an.
Diese Pflegetipps ersetzen nicht die in Ihren unser-Haustier Fachgeschäften erhältlichen, ausführlichen Ratgeber zur Pflege Ihres Heimtiers.