Pflegetipps für Meerschweinchen

Pflegetipps für Meerschweinchen 

 
Allgemeines zur Haltung
 

Das Haus-Meerschweinchen stammt aus Südamerika, wo es bei der Urbevölkerung als Fleischlieferant genutzt wurde und teils noch wird. Bei den Inkas war es auch ein Opfertier. Vor ca. 3.000 Jahren haben diese Nager begonnen vom Jagdwild zum Haustier zu werden. Bis auf die weiten Tropenwälder der Amazonas-Region kommt die Stammart (Cavia aperea) fast über das gesamte Südamerika verbreitet vor, als eigentlicher Urahn unserer Heim-Meerschweinchen wird jedoch eine Unterart aus Peru beiderseits der Anden vermutet. Die deutsche Namensgebung kommt von den schweineähnlichen Lautäußerungen und der Tatsache, dass diese Tiere von den Spaniern nach der Eroberung Südamerikas übers Meer nach Europa eingeführt wurden.

Mit der fortschreitenden Vermehrung in menschlicher Obhut traten auch rasch die ersten Fellveränderungen auf. Aus der Wildfarbe ergaben sich weiße Tiere, bald auch zwei- und mehrfarbige Meerschweinchen. Aus dem ursprünglichen Typ „Glatthaar“ mit relativ kurzem Fell entstanden nach und nach Wirbelbildungen (Rosetten-Meerschweinchen) sowie Langhaarformen (Angora) und das „peruanische Seidentier“ mit besonders langem, weichen Fell, auch vorne über den Augen. Inzwischen kennt man – ausgehend von Großbritannien – auch hierzulande die Rassenzucht nach strengen Standards. Reizvoll war und ist aber auch die typlose Mischung von Farb- und Haarlängenvariationen, die eine große züchterische Vielfalt ergab.

Meerschweinchen sind gesellige Tiere und fühlen sich mit viel Zuwendung, besser noch zu zweit oder in der Gruppe erst richtig wohl. Sie können das leicht beobachten: Wenn mehrere Tiere zusammensitzen, glucksen, gurren und pfeifen sie vor sich hin, da sie sich durch ständigen Laut- und Körperkontakt sicher und zufrieden fühlen.

Es ist übrigens ein Vorurteil, dass sich Männchen untereinander nicht vertragen. Unabhängig vom Geschlecht kann es bei Paarhaltung oder Gruppenhaltung gelegentlich zu Unverträglichkeiten kommen.
Ebenso wenig ist es zutreffend, dass Männchen stärker riechen als Weibchen; bei regelmäßiger Reinigung des Meerschweinchenheims wird kein unangenehmer Geruch auftreten.

Meerschweinchen sollten ein geräumiges Heim bekommen, das an einem zugluftfreien, nicht zu hellen Platz aufgestellt wird. Vermeiden Sie aber unbedingt grelle Sonneneinstrahlung und vor allem Zugluft, die das Meerschweinchen in kürzester Zeit erkranken lässt. Ein Häuschen als Unterschlupf sollte immer zur Verfügung stehen. Ideal ist ein Eckhaus mit Flachdach.

Zur besseren Beobachtung und um den Tieren unnötigen Stress zu ersparen, sollte das Heim nicht auf dem Boden, sondern besser erhöht auf einem Tisch, Regal oder Schränkchen stehen.

Sie sollten das Tier wenigstens einmal täglich sorgfältig beobachten, um evtl. auftretende Krankheiten sofort zu erkennen. Erste Anzeichen sind das gesträubte Fell, auffällig ruhiges, wenig aktives Verhalten und Nahrungsverweigerung.

Zum Transport nach dem Kauf oder auch zu späteren Gelegenheiten eignen sich besonders gut transparente Plastik-Transportbehälter mit ausreichend Luftschlitzen. Bei winterlichen Temperaturen sollten Sie den Transportbehälter zusätzlich noch mit einem Handtuch o.ä. isolieren, um das Tier vor Kälte oder Zugluft zu schützen.
 
Die Richtige Ernährung

Das Wichtigste für die Gesunderhaltung Ihres Meerschweinchens ist die Ernährung. Sie sollte abwechslungsreich und vielseitig sein und unbedingt den Vitaminbedarf decken. Da Meerschweinchen genau wie der Mensch selbst kein Vitamin C bilden können, müssen wir darauf achten, dass es ihnen regelmäßig über Futter oder Wasser zugeführt wird.

• Unser zookauf-Meerschweinchenfutter, das in Zusammenarbeit mit Ernährungswissenschaftlern und Tierärzten von uns entwickelt wurde, enthält in pelletierter Form ausreichend Vitamin C, so dass bei regelmäßiger Fütterung dieser Spezialmischung eine Unterversorgung mit Vitamin C nicht auftreten kann.

• Daneben füttern Sie trotzdem täglich reichlich Frischfutter, z.B. Möhre, Apfel, Birne, Paprika, Gurke, Steckrübe, Rote Beete, Sellerie, Chicoree, Eisbergsalat, Rettich, Radieschen und natürlich Löwenzahn. Öfters eine kleine Portion ist zuträglicher als nur eine einmalige Fütterung von Grünem täglich. Kohl und Futterklee kann zu Verdauungsproblemen und Koliken führen, wenn die Tiere nicht daran gewöhnt sind.

• Umstellungen des Futters sowie Veränderungen in der Art des Grünfutters müssen immer in kleinen Schritten und Portionen erfolgen.

• Die wichtigste Beigabe zum Futter ist gutes Heu, das in unbeschränkter Menge gefüttert werden kann und der Verdauung ausgesprochen zuträglich ist.

• Lassen Sie die Tiere den Futternapf immer gänzlich leerfressen und füllen Sie ihn erst danach wieder auf. Fortwährendes Nachfüllen erzieht sogenannte Selektivfresser, die bald unter Mangelerscheinungen leiden werden, da sie sich immer nur die leckersten Futterteile „herauspicken“ und andere, weniger schmackhafte, aber lebenswichtige Bestandteile verschmähen.

• Frisches, nicht zu kaltes Wasser muss dem Meerschweinchen immer, am besten in einer Trinkflasche, zur Verfügung stehen. Kontrollieren Sie aber den Wasserverbrauch täglich, damit die Wasseraufnahme sichergestellt ist und das Tier nicht etwa vor einer gefüllten, aber nicht funktionierenden Trinkflasche leidet.

Wenn Probleme, gleich welcher Art, mit dem Tier auftreten oder Sie noch weitere Fragen haben, bitte rufen Sie uns an.

Diese Pflegetipps ersetzen nicht die in Ihren zookauf-Fachgeschäften erhältlichen, ausführlichen Ratgeber zur Pflege Ihres Heimtieres.


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